Eine Patientin einer gynäkologischen Praxis berichtet folgendes:
Ihre Frauenärztin hatte bei ihr eine kleine Geschwulst im Bereich der Eierstöcke festgestellt, welche sie als eine gutartige, sogenannte „Dermoid-Zyste“ einschätzte.
Um sicher zu gehen, überwies sie die Patientin noch zu einem Radiologen.
Dort wurde die Diagnose bestätigt.

Als die Patientin dem Röntgenarzt jedoch erzählte, dass sie vorhatte, in einer Woche in Ferien in die Türkei zu fahren, sagte er ihr mit sorgenvoller Mine, das würde er ihr nicht empfehlen.
Falls es nämlich zu einem Platzen der Zyste käme, wäre es doch ganz furchtbar, dies in der Türkei zu erleben – mit ihren schlechten Krankenhäusern!

Die Patientin war danach völlig verunsichert und wollte die geplante Urlaubsreise in Erwartung der platzenden Zyste abblasen. Ihr Mann solle alleine mit den Kindern fahren, sie könne nicht mitkommen – es sei zu gefährlich!

Dies ist ein „prächtiges“ Beispiel dafür, was Ärzte mit ebenso gutgemeinter, wie unüberlegter Kommunikation anrichten können.
Durch die (falsche) Prophezeiung von bevorstehenden medizinischen Komplikationen werden Patienten in ängstliche Trancezustände versetzt, welche sie massiv und dauerhaft in ihrer normalen Lebensführung behindern.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die bei der Patientin vorliegende Zyste platzt, ist ebenso groß, oder klein, wie dass sie im Urlaub einen akuten Blinddarm oder ähnliches bekommt.
So etwas gehört zum allegemeinen Lebbensrisiko.
Hätte der Röntgenarzt, in dessen Zuständigkeit und Fachkompetenz ein solcher fataler Ratschlag überhaupt nicht gehört, geschwiegen, bzw. der Patientin gesagt, sie solle den Befund und daraus abzuleitende Konsequenzen mit ihrer Frauenärztin besprechen, so hätte diese einen unbeschwerten Türkeiurlaub geniessen können.
So aber hat er ihr das implantiert, was im englischen Sprachraum „Thought-virus“ genannt wir, eine fixe Idee, die das Gehirn infiziert hat und dort endlos herumspukt.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.